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Hohes Gefahrenpotenzial von Kernkraftwerken für Gesundheit und Umwelt. Kriegshandlungen könnten zu Katastrophen ungeahnten Ausmaßes führen.
„Die aktuellen Kriegshandlungen erhöhen die Risiken und Gefahren weiterer Reaktorkatastrophen“, warnt Piero Lercher, Referent für Umweltmedizin in der Österreichischen Ärztekammer, anlässlich des 40. Jahrestages der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl. „Atomkraftwerke und nukleare Forschungszentren, die sich in Kampfgebieten befinden, stellen eine immense Bedrohung dar, die kaum thematisiert wird.“ Nicht nur direkter Beschuss, auch Querschläger oder fehlgeleitete Raketen könnten zu einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes führen: „Durch nukleare Katastrophen gelangen radioaktive Substanzen in die Umwelt, die nicht nur für Mensch und Tier tödlich sein, sondern auch Lebensraum für Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende unbewohnbar machen können.“
Weitreichende Auswirkungen von Reaktorunfällen
Reaktorkatastrophen haben in der Vergangenheit auf dramatische Weise gezeigt, dass die Gesundheitsgefährdung und Lebensbedrohung durch radioaktive Verstrahlung keine Utopien sind und die Unfallfolgen weder örtlich noch zeitlich eingegrenzt werden können. Der Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 führte auch in Österreich zu einer signifikanten, regional unterschiedlichen Verstrahlung, wobei einige radioaktive Isotope, insbesondere in Pilzen und Wildbret, noch heute messbar sind. „Als besonders problematisch einzustufen ist das Isotop Americium-241, ein gefährliches, langlebiges Radionuklid, das vor allem in der Sperrzone von Tschernobyl durch den Zerfall von Plutonium-241 entsteht und das Grundwasser permanent kontaminiert. Lebewesen, die dieses Wasser trinken, erleiden massive Organschäden“, erklärt Lercher.
Die im Jahr 2011 durch einen Tsunami ausgelösten schweren Schäden am Kernkraftwerk in Fukushima haben ebenfalls zu einer massiven Freisetzung von radioaktivem Material geführt. „Auch heute noch wird radioaktives Wasser ins offene Meer eingeleitet, wo pro Tag unvorstellbare 140 Tonnen an verseuchtem Wasser anfallen“, sagt Lercher. Um das Ausmaß des Gefahrenpotenzials von Nuklearunfällen erfassen zu können, müssen neben den direkten Strahlenschäden aber auch jene Auswirkungen mitgedacht werden, die sich oft erst nach mehreren Jahren bemerkbar machten, wie etwa genetische Missbildungen, die erst in der zweiten und dritten Generation auftreten, oder Krebserkrankungen mit längeren Latenzzeiten.
Ärztliche Hilfe bei Strahlenerkrankungen oft nur eingeschränkt möglich
„Letztendlich sind es wir Ärztinnen und Ärzte, die im Falle einer Katastrophe mit den Folgen zu tun haben, und eine ärztliche Hilfe ist bei mittleren und schweren Strahlenerkrankungen nur eingeschränkt möglich“ sagt Lercher. Der angesichts der aktuellen Energiekrise immer wieder geforderte Ausbau der Kernenergie sei aufgrund der möglichen Auswirkungen hochproblematisch, sowohl national als auch international sei rasches Umdenken und Handeln der politischen Entscheidungsträger gefordert: „Was nützen die beste medizinische Ausbildung und Versorgung und das beste Gesundheits- und Sozialsystem, wenn die Menschen ihren Lebensraum vernichten, zerstören und lebensfeindlich machen?“


